Gastbeitrag: Blogwichteln 2006

So, pünktlich zum 1. Dezember hier also der Beitrag, den ich über Hollemann von einem Unbekannten geschenkt bekommen habe:

Hallo Joern, hier kommt mein Wichtelgeschenk – ein Beitrag für deinen Blog. Nachdem ich erfahren habe, dass du Joern heisst, Dänemark und Kites sowie Werder Bremen liebst, fiel mir auch gleich was ein. Denn Dänemark ist für mich das Land der Kindheit – wir waren 7 Kinder und 4 durften immer mit den Eltern nach Dänemark fahren. Die von dir genannten Hot Dogs habe ich dort auch schätzen und lieben gelernt – unter dem Namen “Polser” (mit durchgestrichenem dänischem o – also Pölser ausgesprochen). Werder Bremen mag ich als Fußballmannschaft, weil sie ein gutes Management und tolle Spieler haben. Bin selbst aber Arminia Bielefeld und Dortmund-Fan – zwei Seelen in meiner Brust. Mein Lieblingsthema im Bloggen ist im weitesten Sinn Politik. Ich beschäftige mich gern mit gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Deshalb komme ich jetzt auch zum Thema. Meinen Gastbeitrag hat das Thema Grundeinkommen:

Die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland steht am Scheideweg. Hans-Peter Martin und Harald Schumann (beide Spiegel-Redakteure) beschrieben 1996 in ihrem Buch „Die Globalisierungsfalle” folgenden Vorgang: 1995 lud Michail Gorbatschow 500 führende Politiker, Wirtschaftsführer und Wissenschaftler zu einem „Brain Trust” in das noble Fairmont-Hotel in San Francisco. Sie sollten sich hinter verschlossenen Türen Gedanken über das 21. Jahrhundert machen. Die Einschätzung war verheerend: Nur rund 20 Prozent aller Arbeitskräfte werden in der Zukunft benötigt. Der Rest von 80 Prozent der Menschen müsse mit „tittytainment” bei Laune gehalten werden. Das Wort – eine Schöpfung aus tits=Busen und entertainment=Unterhaltung – signalisiert: Mit einer überladenen Medien- und Spielgesellschaft, dazu genug billiges Essen werden „die Massen” ruhig gestellt. Das hat schon bei den alten Römern nur eine Zeit lang funktioniert. Festzuhalten ist: Hohe Arbeitslosigkeit begleitet uns seit langem – und vermutlich wird sie eher weiter steigen als sinken. Allerdings gibt es in unserer Gesellschaft genug zu tun – wenn man Arbeit nicht nur als Erwerbsarbeit, sondern als gesellschaftlich notwendige Tätigkeit definiert. Dieser Begriff umfasst die Lohnarbeit genauso wie soziale Tätigkeiten im weitesten Sinn. Erst wenn wir Arbeit auf diese Weise neu bestimmen, erhält zum Beispiel die zumeist von Frauen geleistete so genannte “unbezahlte” Arbeit [die das Statistische Bundesamt 2001 auf jährlich ca. 820 Milliarden Euro in Deutschland bezifferte] ihren gesellschaftlich angemessenen Stellenwert. Ein Grundeinkommen könnte deshalb der Einstieg in eine würdige und wahrhaft zivilisierte Gesellschaft bedeuten, der die Menschen und nicht den Profit am Finanzmarkt in den Mittelpunkt politischen und wirtschaftlichen Handelns stellt.

Spannend für dich? Beste Grüße die Blogwichtelin

Anmerkung:
Hallo Blogwichtelin, danke für Deinen Beitrag. Interessant ist er schon, allerdings teile ich Deine Meinung nicht: Es ist zwar nicht unbedingt mein “Spezialgebiet”, aber ich bin gegen ein allgemeines Grundeinkommen. Definitiv. Zensieren werde ich Deinen Beitrag aber nicht, außer einer Kleinigkeit. Den Link zum BVB musste ich herausnehmen, dass geht mir dann doch zu weit! 🙂

2 thoughts on “Gastbeitrag: Blogwichteln 2006

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