Buchtipp ‚Ein König für Deutschland‘

Eine Buchempfehlung bzw. -kritik habe ich schon lange nicht mehr gebloggt, es wird also mal Zeit. Zufällig bin ich über ‚Ein König für Deutschland‘ von Andreas Eschbach gestolpert und habe mir das Buch sofort gekauft. Von dem Buch wusste ich nichts, der Autor ist mir jedoch von ‚Eine Billion Dollar‘ (weniger gut), aber vor allem durch ‚Abgebrannt‘ (sehr gut) bekannt. Irgendwie erinnern seine Roman an meinen Lieblingsautor Michael Chrichton. Es ist sicherlich übertrieben, wenn ich Eschbach als ‚deutschen Chrichton‘ bezeichnen würde, was er aber mit ‚Ausgebrannt‘ und jetzt mit ‚Ein König von‘ Deutschland‘ abgeliefert hat geht definitiv in diese Richtung! Fiktive, auf den ersten Blick vielleicht völlig aus der Luft gegriffene, Szenarien werden geschickt in die reale Zeitgeschichte eingebettet und mit aktuellen wissenschaftliche Fakten oder politischen Ereignissen verknüpft, so dass die erfundene Story gar nicht mehr so unrealistisch erscheint bzw. so wirklich stattfinden könnte – zumindest fast. In ‚Ein König für Deutschland‘ geht es im Kern darum, dass eine neu gegründete Partei in Deutschland die (konstitutionelle) Monarchie mitsamt einen König einführen will – zumindest vordergründig – und die Bundestagswahl mit diesem ‚Wahlprogramm‘ auch haushoch gewinnt. Klingt erst mal dämlich, ist es aber nicht: Natürlich würde in Deutschland so eine Partei niemals die absolute Mehrheit erringen (oder doch?), aber hinter diesem Wahlsieg steckt eigentlich ein großer Betrug mit Wahlcomputern. Der ist auch offensichtlich, aber nachgewiesen werden kann er nicht so einfach… Die Wurzel dieses Wahlbetruges liegt in den letzten Präsidentschaftswahlen der USA, die (in diesem Buch) auch manipuliert worden sind. Wie gesagt: Die an sich unglaubwürdige Geschichte wird durch das ständige vermischen mit wirklichen Fakten durchaus glaubwürdig und regt zum Nachdenken an. Interessant ist auch das Ganze „Was wäre wenn?“. Wie würde das Ausland reagieren, wie würde die jetzige Regierung handeln? Hier liegt aber auch mein Hauptkritikpunkt in dem Buch: Diese meiner Meinung nach sehr interessanten Ereignisse werden nur am Schluss eher am Rande behandelt und am Ende hapert’s auch etwas mit der Glaubwürdigkeit der Handlung, dass klappt nicht mehr so gut wie im Rest des Buches. Schade. Da hat man dann das Gefühl, dass dem Autor die Luft ausgegangen ist bzw. dass er, nachdem er dem Leser die Gefahren der Wahlcomputer deutlich gemacht hatte, irgendwie nicht mehr die ganz große Lust hatte. Trotz dieses Kritikpunktes kann ich zum Buch ‚Ein König für Deutschland‘ nur eins sagen: Lesen!